Was ist Akupunktur und woher kommt sie?

Akupunktur (Akus=Nadeln, pungere=Stechen (lateinisch)) ist eine Therapiemöglichkeit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

 

Anhand von Höhlenzeichnungen hat man herausgefunden, dass bereits vor ca. 6000 Jahren Menschen ihre Tiere mit spitzen Steinen, Bambussplittern oder später auch Bronzenadeln akupunktiert haben. Sun Yang (Pao Lo) der nach Angaben 900 bzw. 480 v. Chr. gelebt hat, wurde als erster chinesischer Vollveterinär genannt. Er hat wahrscheinlich als erster Mensch, Akupunktur und Moxibustion am Tier angewandt. Während der damaligen Zeit galt unter anderem das Pferd als "heilig" und hatte in der Behandlung oberste Priorität. Neben den anderen Tieren die für den Menschen einen besonderen Nutzen darstellten, war es als Reit- und Zugtier in Schlachten das wichtigste Element, da oft Leben und Tod des Reiters von ihm abhing.

 

Bereits 2697 - 2596 v. Christus entstand das älteste und bedeutendste Werk der chinesischen Humanmedizin, wie auch der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) das "Huang-di Nei-jing" (Lehrbuch der physischen Medizin oder auch "Innere Klassiker des gelben Fürsten"). Bei dem eben genannten Lehrbuch, handelt es sich um ein Frage- und Antwortdialog, welches zwischen dem gelben Kaiser "Huang Di" und seinem Leibarzt "Qi Bo" entstand. Dieses Werk wurde über die Jahrhunderte erweitert und ergänzt. Es beinhaltet Grundlagen der Akupunktur, (vorhandene Meridiane, Lage der 361 sog. klassischen Akupunkturpunkte, Vorgehensweisen der verschiedenen Krankheiten, Größe und Formen von Akupunkturnadeln sowie die gewissen "verbotenen Punkte". Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt und ist ein sogenanntes zeitloses Dokument der chinesischen Medizingeschichte.

 

In der TCM wird die Natur, jedes Tier und auch der Mensch als Ganzes betrachtet. So werden Krankheiten, als Energieungleichgewichte, bzw. Blockaden oder Störungen verstanden. Das Gleichgewicht wird beeinflußt von den Kräften Yin und Yang. Um es vereinfacht zu sagen, gibt es bei allem was existiert immer eine Kehrseite, bzw. ein Gegenstück. Sie beziehen sich immer aufeinander und stehen in einem ständigem Wechselspiel zueinander. Die alt chinesisch überlieferte Bedeutung von Yang war die sonnige, fruchtbare Seite des Hügels. Yin stellte die Schattenseite dar.

 

 


Yin Yang 
Weiblich Männlich 
Nacht Tag 
Unten Oben 
Passiv Aktiv 
Kalt Warm 
Winter Sommer 
Dunkel Hell 
Wasser Feuer 
Feucht Trocken 
Innen Aussen 
Tief Oberflächlich 
Leere Fülle 
Schwach Stark 
Leise Laut 

Die fünf Wandlungsphasen:

Die Lehre von den fünf Elementen dienen symbolisch zur Kategorisierung phasisch ablaufender Vorgänge. Alle Phänomene wurden in der TCM den fünf Elementen zugeordnet. Folgende fünf Elemente gibt es:

 

* Holz

* Feuer

* Erde

* Metall

* Wasser

 

Den o.g. Elementen sind wiederum entsprechende Organe zugeordnet (die jedoch nicht unbedingt den physischen Organen entsprechen). Siehe untere Tabelle Die Elemente können zueinander in einem helfenden und ergänzendem Verhältnis stehen. Sie können aber auch gegeneinander gerichtet sein und sich so zerstören.

 

Merke: Es gibt den "fördernden Zyklus", wie auch den "hemmenden Zyklus".

 

Durch die gezielte Einbringung von Akupunkturnadeln in spezielle Akupunkturpunkte wird versucht, diese Energieungleichgewichte zu beheben.

 

Merke: Die Akupunktur kann zwar Störungen beheben, aber Zerstörtes niemals heilen!! (Beispiel: mechanische Blockaden oder irreparable Zerstörungen an Geweben und Organen).

 

Bei der Akupunktur wird niemals nur eine erkrankte Stelle behandelt. Das Pferd wird immer unter einem ganzheitlichem Aspekt beurteilt und behandelt. Daher ist es wichtig, als erstes möglichst viel über das zu behandelnde Pferd zu erfahren (Umgang, Krankheiten, Allergien, Unfälle, Auffälligkeiten bei der Arbeit usw.). Anschliessend wir das Pferd nach der TCM-Diagnosefindung untersucht. Dabei stehen folgende Faktoren zur Verfügung: Puls, Körperoberfläche, Schleimhautfarbe, Kot und Urin, Psyche, die Augen und Druckempfindlichkeiten. Durch die o.g. Diagnosehilfen ist es möglich Imbalancen zu erkennen, bevor deutlich werdende Krankheitsmuster auftreten. Daher ist es sehr wichtig sich die Zeit zu nehmen, jedes Pferd einzeln, vollständig zu untersuchen, um dann die Behandlung individuell festzulegen. Merke: Ein guter Therapeut nimmt sich immer die Zeit, möglichst viele Informationen über das Pferd zu erhalten und es vollständig zu untersuchen, bevor mit der Akupunktur begonnen wird. Die eigentliche Behandlung dauert idealerweise zwischen 20-45 min.